Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Großen Böhmens hatten ihm den Huldigungseid gelei⸗ ſtet, und Rudolf, dem einſt ein gleicher Jubel gegolten, kehrte in ſeine Gemächer zurück, ein Geduldeter da, wo vor kurzem noch Niemand ihm das Recht des Herrſchens ſtreitig zu machen gewagt hätte.

Ihn hatten alle verlaſſen, alle, die ſich ſonſt zu der Sonne ſeiner kaiſerlichen Gnade drängten.

Alle? War er denn ganz allein hier? Lebte Keiner, der ſeiner mit Dankbarkeit gedachte?

Ein einſamer Mann in tiefer Trauerkleidung trat dem verrathenen Fürſten unter einem blühenden Baume entgegen, und das Knie vor ihm in tiefſter Ehrfurcht beugend, ſagte Magiſter Johannes Kepler, der ihn an dieſem einſamen Orte aufgeſucht:

Erzeigt mir die hohe Gnade mein kaiſerlicher Herr, mich jetzt für einige Zeit von meiner Amtsarbeit zu entbinden, denn ich bin in meinem großen Vaterſchmerz unfähig, an der Berechnung der Tafeln zu arbeiten. Ich muß meine leidende Seele erheben zu den Harmonien des Weltalls, bis ich in der Betrachtung derſelben Lin⸗ derung des Schmerzes über den Verluſt meines holden Kindes gefunden, das meines Erdenlebens ſchönſte Freude war.

Glücklicher Mann! ſagte der Kaiſer mit einem Lächeln, das einen tiefen Eindruck auf das trauernde