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und ſagt das denen, die Euch geſendet haben, die Krone Eures rebelliſchen Landes auch nicht länger auf meinem geſalbten kaiſerlichen Haupte tragen. Krönt meinen Bruder Matthias noch jetzt, während ich lebe, damit bei meinem Tode ſie nicht zum Zankapfel werde und neues Blutvergießen errege unter den Fürſten des deutſchen Reichs. Geht, Ihr ſeid entlaſſen!“
Kaum hatte der erſchrockene Abgeſandte ſich ent⸗ fernt, als die Fürſtin Polixena in das Zimmer trat. Ihr ſchönes Angeſicht war von heißen Thränen überſtrömt, als ſie ſich, die gefalteten Hände emporhebend, vor Rudolf niederwarf. 4
„Was habt Ihr gethan, was habt Ihr gethan, mein kaiſerlicher Freund!“ rief ſie unter lautem Schluchzen.
„Was recht war, Polixena!“ entgegnete Rudolf mit Hoheit.„Erkennt, daß ich den Frieden dieſes Lan⸗ des ſchützen, die Hand des Matthias vom Bruderblute rein erhalten und mich ſelbſt von einer Laſt befreien will, die meinen Schultern zu ſchwer wird. Tretet näher, Ma⸗ giſter Johannes Kepler, und ſagt dieſer Dame, was Ihr, das weiß ich, längſt erkannt habt, daß dieſe Erde, ein Staubkorn im Weltall, viel zu klein ſei, um ſich ihres Beſitzes wegen zu ſtreiten, da die unſterbliche Seele des Menſchen, Eure eigene Seele, ſchlichter, frommer Mann, ſich weit über dieſelbe emporſchwingend andere Sterne


