21
„Nein, ganz und gar nicht!“ entgegnete der Kaiſer mit einer Art von Lachen.
„Erzherzog Ferdinand, die feſte, jugendliche Stütze der heiligen Kirche in dieſen ſchlimmen Zeiten der Ketze⸗ rei und des Unglaubens, durch Ew. Majeſtät höchſt⸗ eigene Willensmeinung zu Dero Erben und Nachfolger erwählt, muß dieſe Ausſicht auf jede Gott wohlgefällige Weiſe zu befeſtigen ſuchen.“
Der Kaiſer nickte höhniſch.
„Er allein, in deſſen reinem, jugendlichem Herzen der Glaube als heilige Flamme lodert, der die heilige Gottesmutter in begeiſterter Liebe zur Anführerin ſei⸗ ner Heerſchaaren ernannte und ſie, die Gebenedeite, in⸗ brünſtig verehrt, er allein iſt fähig, in den Kämpfen, die der verderbten Welt bevorſtehen, auszuharren mit feſtem Muthe. Ferdinand muß die Krone des heiligen römiſchen Reichs ſowohl als alle die andern Kronen tragen, die nach dem Ableben von Ew. Majeſtät erha⸗ benem Vater Maximilian auf Dero Haupt vereinigt waren. Dazu mußte der junge Fürſt ſich mit König Matthias, dem natürlichen Nachfolger Ew. Majeſtät—“
Der Kaiſer ſchnitt bei dieſem Worte die glatte, ſanfte Rede des Jeſuiten durch einen Fauſtſchlag ab, von welchem die Marmorplatte des vor ihm ſtehen⸗ den Tiſches erdröhnte.„Kein Wort mehr, heuchle⸗


