166
feſt im Auge behaltend, daß Tycho's getreue vieljährige Beobachtungen der Marsbahn ihm, der dieſelben vom richtigen Standpunkte aus betrachtete, und Tycho’s ſchöne Inſtrumente ihm und ſeinen Beſtrebungen zur Erforſchung der Geſetze des Weltſyſtems und durch ihn der Menſch⸗ heit von nnberechenbarem Nutzen ſein mußten.
Als Johannes ſeine Blicke von dem Fenſter ab⸗ wendete, hinter dem das Licht brannte, das ihm von der wahrſcheinlichen Krankheit eines ſeiner Kinder erzählte, richteten dieſelben ſich unwillkürlich nach dem dunklen Punkte am Winterhimmel, den er als die Sternwarte kannte, wo ſeinem treuen Forſchen jene beiden großen Naturwahrheiten klar geworden, die die Welt jetzt unter dem Namen der beiden erſten Kepler'ſchen Geſetze kennt, und dabei erfüllte ein Gefühl ſein ganzes Ich, das Menſchenworte ſchwerlich auszuſprechen vermögen, ein Gefühl der Freude, ſo beſeligend, daß man ſie faſt übermenſchlich hätte nennen mögen. Glühenden Ant— litzes trat er ein in ſein kleines Haus, das der ſtolze Däne als das armſelige Neſt eines Bettlers verachtet haben würde, aber wie wenig dachte Kepler jetzt an den Stolz und die Anmaßungen ſeines Vorgängers. Von ſeinem kleinen Zimmer hinüberſchauend nach dem ſtatt⸗ lichen Palaſt des Dahingeſchiedenen, faltete er die Hände und flüſterte leiſe:„Ich danke Dir, Tycho, o wie danke


