Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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denn ich habe auf Euch gewartet, daß ich's Euch nur gleich ſage. Zwar ſie, die gnädige Gräfin, wünſcht Euch zu ſprechen, ſo bald als möglich, wie ſie ſagte, aber jetzt iſt es nicht möglich, gar nicht! Glaubt mir das und geht um Eures Seelenheils willen dem aus dem Wege, der jetzt unſere junge ſchöne Herrin mit ſeiner glatten Zunge bearbeitet und ſie ſicherlich noch endlich ins ſchlimmſte Verderben hineinſchwatzen wird.“

„Wen meint Ihr, Meiſter Euſebius?“ fragte Apol— lonia mit einiger Verwunderung über die ſeltſame Ver⸗ traulichkeit des ſonſt ſo zurückhaltenden Dieners; doch trat ſie mit ihm in das Zimmer, deſſen Thür er ihr höflich öffnete und in welchem eine ſteinalte Frau fleißig ſpinnend ſie willkommen hieß.—

„Da, Mutter“, ſagte der auch nicht mehr jugend⸗ liche Diener zu derſelben,„da bringe ich Euch die Frau Apollonia Wellingerin, und wir wollen hoffen, daß Eure Bekanntſchaft nicht nur Euch, ſondern auch derjenigen zu gute kommen ſoll, der wir alle mit Freuden dienen und die, obgleich uns eigentlich fremd in Blut und Glauben, uns doch ſtets eine liebreiche Herrin war.“

Die Greiſin erhob ihr mattes Auge zu der um viele Jahre jüngern Apollonia empor und ſagte herz⸗ lich:„Setzt Euch zu mir, werthe Frau, mein Herz ver⸗

langt mit Euch zu ſprechen, denn in dieſem Hauſe haben

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