Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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niſchen Blute. Johannes hat mir's ſelbſt geſagt, daß ihre Frau Mutter die nahe Verwandte eines Vicekö⸗ nigs von Peru und Prinzeſſin von Mendoza, Gräfin von Lara, eine vertraute Freundin Ihrer Majeſtät, der Frau Mutter unſeres Kaiſers, der höchſtſeligen Kaiſerin Marie, war. Die Dame, das heißt die Gräfin Polixena, iſt dem Johannes gar gnädig geſinnt, und wenn des Kaiſers Majeſtät ſie wirklich zu ſich auf den Thron er⸗ hebt, was ſie doch wohl verdient, da ſie ſo tugendhaft als ſchön iſt, dann iſt für uns geſorgt, dann wird mein Johannes alle die Ehren empfangen, die er ver⸗ dient, und ich, nun ich denke, ich werde als ſeine Frau an dieſem Hofe eine andere Rolle zu ſpielen verſtehen, als die Bauermagd, die Tycho uns als ſeine Gattin herbrachte. Der ſchönen Kaiſerin zum Verwechſeln ähn⸗ lich!“ fügte ſie hinzu, einen wohlgefälligen Blick auf das ſeidene Gewand werfend, das ihre ſchlanken Glieder in ſchönen Falten umrauſchte.

Barbara Kepler fühlte ſich durch die ſtattgefundene Standeserhöhung ihres Gatten und durch die Beendi⸗ gung der Sorgen um die täglichen Lebensbedürfniſſe ihrer Familie vollſtändig beglückt; dies erkannte Apollo⸗ nia, aber es erfreute ſie nur halb, weil es ihr aufs deutlichſte zeigte, wie wenig dieſe Frau das Herz ihres Gatten kannte. Daß Barbara nicht fähig ſei, an dem