Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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Knospen erblühen läßt, kommt nicht auf unſern Ruf, kommt ſo wenig wie der Wind auf den ernſteſten Befehl des feſteſten Menſchenwillens. Die Urſachen, die den warmen Wind und die warme Liebe erwachen laſſen, müſſen in der Natur ſelbſt liegen.“

Apollonia's liebevolles, verſtändnißinniges Mutter⸗ antlitz beugte ſich über den Sohn ihres Herzens, der ſeine bleiche Stirn in die Falten ihres Gewandes ver⸗ barg, während das krampfhafte Zucken ſeines Herzens ſeine Bruſt durchſchütterte und ſogar ſeine Schultern erbeben ließ.

„Sei ein Mann, mein Johannes“, ſagte die zarte Frau;„jetzt ſei ein Mann, mein theurer und geliebter Sohn, Du, der von Jugend an Wahrheit und Weisheit zum Ziele ſeines irdiſchen Strebens erwählte. Ein Wort mehr wäre jetzt Gift für Dich. Schweige, wie ich zu ſchweigen feſt entſchloſſen bin, und gehe hin und handle nach dem Gebote des Erlöſers, das nicht die Liebe in warme, weiche Gefühle, ſondern in kräftige, weiſe und großmü⸗ thige Handlungen ſetzt. Gehe, mein Sohn Johannes, und werde in jeder Stunde Deines Lebens mehr und mehr ein Sohn des Vaters im Himmel, der ſeine Sonne aufgehen und den Regen niederſinken läßt über Gute und Böſe, über Gerechte und Ungerechte.“

Sie richtete ſich bei dieſen Worten von ihrem Sitze

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