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überzeugt hatte, daß er ſich allein im Zimmer befinde, ſein Ohr an eine Stelle der Wand, die er vorher, mit dem Finger an derſelben hinfahrend, aufgeſucht hatte. „Ahl!“ flüſterte er dann leiſe in ſich hinein.„Die Schwäbin ſpricht, ich kann ihre Worte nur wie ein leiſes Gemurmel vernehmen. Jetzt, ha, das iſt die Stimme der Obriſtburggräfin, der Ton iſt ebenſo deutlich als ſüß. Wahrlich, es iſt dies Weib geradezu ein Meiſterſtück der Schöpfung, da iſt nichts unvollkommen, nichts! Was ſie nur will? Sie bittet, das kann man ſchon am Tone ihrer Rede vernehmen, und ihre Bitte iſt ſo eindringlich.“ Ein ſchriller Pfiff berührte in dieſem Augenblick das Ohr des Lauſchers; es war der Ton des ſilbernen Pfeifchens, mit dem der Kaiſer ihn, wenn er ſich nicht in ſeinen innern Privatgemächern befand, herbeizurufen pflegte, und als Lang eilig über die Schwelle des Anti⸗ kenſaals trat, rief der Kaiſer ihm zu: „Ruft ſogleich den Magiſter Kepler; er ſoll hier⸗ her kommen, wir wollen ihn augenblicklich ſprechen.“ Der Kammerdiener entfernte ſich mit allen Zeichen der Eile und des dienſtfertigen Eifers, aber als er durch die Gänge der Hofburg ſchritt, malten ſich Aerger und Ver⸗ druß in ſeinen ſonſt ſtets mit dem Ausdruck der Unterthänig⸗ keit, wie eine Giftpille mit Schaumgold belegten Zügen. „Der fehlte noch, der Narr der Ehrlichkeit, der


