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Er blieb einige Minuten ſchweigend ſitzen, gleich⸗ ſam verloren im Anſchauen des Bildes der Dame, die nun ſchon ſeit Wochen und Monden ſein wankelmüthiges Herz erfüllte. Plötzlich aus ſeiner Träumerei auffahrend, ſah der Kaiſer, daß Lang noch immer an ſeinem alten Platze ſtand, und fuhr den vertrauten Diener mit großer Heftigkeit an:„Was willſſt Du noch hier, neugieriger Lump? Warum beſpähſt Du die Gedanken Deines Herrn? Biſt Du auch einer von denen, die es wagen, an den Prinzen Matthias zu berichten, daß Rudolf, ſeines Namens der Zweite, ſein älterer Bruder und kaiſerlicher Gebieter, kranken Geiſtes und unfähig iſt, die Krone Böhmens und des heiligen römiſchen Reichs auf ſeinem Haupte zu tragen?“
„Herr, das glaubt Ihr nicht von dem Diener, den Ihr aus dem Staube der Niedrigkeit erhoben und in die nächſte Nähe Eurer geheiligten Perſon gezogen habt“, rief Lang mit gut geheuchelter Entrüſtung.„Ich blieb in Eurer Nähe, weil ich Euch noch etwas mitzutheilen habe, wovon ich glaubte, daß es Euer kaiſerlich Herz erfreuen würde. Die Frau Obriſtburggräfin von Roſenberg befindet ſich ſchon ſeit länger als einer Viertelſtunde in dem Saale, wo das heidniſche Götterbild aufgeſtellt iſt, das, wie ſie ſagte, zu dem Nachlaſſe ihres verſtorbenen Schwiegervaters gehört hat. Sie iſt begleitet von der


