Teil eines Werkes 
2. Theil (1815)
Entstehung
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Buͤrgers Gedichte. 11

Nichts, ach nichts weiß ich zu ſagen, Im Bewufßtſeyn dieſer Schuld, Nichts zu murren, nichts zu klagen? Dennoch mangelt mir Geduld!

Wie wird mir ſo herzlich bange, Wie ſo heiß und wieder kalt, Wann in dieſem Sturm und Drange Keuchend meine Seele wallt! Ach! das Ende macht mich zittern, Wie den Schiffer in der Nacht Der Tumult von Ungewittern Vor dem Abgrund zittern macht.

Herr, mein Gott, wie ſoll es werden? Herr, mein Gott, erleuchte mich! Iſt wohl irgend wo auf Erden Rettung noch und Heil fuͤr mich? Heil auch dann, wann ich erfahre, Daß ſie ganz von mir befreyt, Einem Andern am Altare Sich mit Leib und Seele weiht?

Werd' ich, o mein Gott und Racher, Ohn' in dieſen Höllenwehn Der Verzweiflung zum Verbrecher Mich zu wuͤthen, werd' ich's ſehn: Wie der Mann bey Kerzenſcheine Sie zum Brautgemache winkt, Und in meinem Freudenweine Sich zum frohſten Gotte trinkt?