Teil eines Werkes 
2. Theil (1815)
Entstehung
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Buͤrgers Gedichte.

Und nun ward, in ihr zu leben, Mir ſo innig zur Natur,

Wie, in Licht und Luft zu weben, Jeder Erden⸗Kreatur.

Stolz konnt' ich vor Zeiten waͤhnen, Hoch ſey ich mit Kraft erfullt, Auch das Geiſtigſte mit Toͤnen Zu verwandeln in ein Bild. Doch lebendig darzuſtellen Das, was ſie und ich gefuͤhlt, Fuͤhl' ich jetzt mich, wie zum ſchnellen Reigen ſich der Lahme fuͤhlt.

Es iſt Geiſt, ſo raſch befluͤgelt, Wie der Specereyen Geiſt, Der, hermetiſch auch verſiegelt, Sich aus ſeinem Kerker reißt. Welche Macht kann ihn bezähmen? Welche Macht durch Ton und Wort Feſſeln und gefangen nehmen? Leicht, wie Aether, ſchluͤpft er fort.

Nun, o waͤr' ich nie geboren, Oder ſchwaͤnd' in Nichts dahin! Was ſie war, iſt mir verloren,

Da, was ich ihr war, noch bin. Sie waͤhnt' ſich's von Gott geheißen, Trotz Verblutung oder Schmerz, Von dem meinigen zu reißen

Ihr ihm einverwachſ'nes Herz.