Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
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Frauenzimmer pudern ſich hier im Allgemeinen mit Weiß und trocknen dann den Puder ab, wodurch ihre Haut für den Augenblick eine ſammtartig weiche Farbe bekommt; aber hernach wird ſie um ſo gelber. Man ſagt, die große Hitze mache dieſes Pudern nothwendig. Ich habe jnſt nichts dagegen, wenn nur der Puder recht abgetrocknet würde; aber dieß geſchieht oft ſehr un⸗ vollkommen. Ich vermuthe, daß dieſe weiße Schminke ein Erbtheil vom alten Frankreich iſt.

Noch einmal habe ich mich mit Mrs. Hollbrook in Belmonts Myrtenhainen ergangen und mit ihr ein Geiſtesfeſt genoſſen. Den geiſtreichen jungen Miſſionär Miles habe ich auch geſehen; ein bleiches, ausdrucks⸗ volles Geſicht mit tief dringendem Auge; aber ach! bis ins Herz der großen Frage drang es ſo wenig, als die meiſten Augen hier. In andern Punkten erfreut mich der ſtarke, freie Blick ſeines Geiſtes. Zu Mrs. Hollbrook war ich einen Abend eingeladen, um ver⸗ ſchiedene ältere Mitglieder ihrer Familie zu treffen. Ich ſah hier ein Paar unverheirathete alte Frauen⸗ zimmer, Beſitzerinnen einiger ſchönen Inſeln an Caro⸗ linas Küſte, wo ſie allein mitten unter thren Negern als ihre Eigenthümerinnen, Rathgeberinnen und Aerz⸗ tinnen und im beſten Einverſtändniß mit ihnen leben.

Eine Einladung bedaure ich nicht annehmen zu können, wenigſtens für dießmal, nämlich zu Mr. Spal⸗ ding, einem reichen alten Mann, der auf der ſchönen Inſel, welche er bewohnt, die Palmettos in Freiheit wachſen und die Negerſclaven ebenfalls in Freiheit, nur regiert durch die Pflicht und die Geſetze der Liebe, arbeiten läßt; und das ſoll vortrefflich gehen, und der Ehrenmann hat mich eingeladen, es zu ſehen. Möge er ewig leben!

Es iſt jetzt entſetzlich warm hier, und ich muß mich nordwärts wenden, ehe ich vor Hitze verſchmelze. Sonſt hätte ich mich ſo gern noch einige Zeit in den