Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
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Saintiage, von Bordeaux und mehreren franzöſiſchen Städten und Provinzen flohen verfolgte Familien, welche die Tugenden der Puritaner beſaßen, aber ohne ihre Einſeitigkeit, nach Carolina Sie erhielten Land an den blumenreichen Ufern der Ströme und frei konnten ſie unter den herrlichen uralten Bäumen Lob⸗ geſänge zu ihrem Gott emporſenden. So wurde Süd⸗ carolina die Zufluchtsſtätte der franzöſiſchen Puritaner und nahm ſeinen Platz ein in dem großen Völkeraſyl, welches die neue Welt noch heut zu Tage anbietet. Und noch heut zu Tage ſind Carolina und die meiſten Pro⸗ vinzen des Südens voll von Familien, die von dieſen älteſten Hugenotten⸗Emigranten abſtammen, aber ſie haben von ihnen faſt nichts mehr als den Namen. Sprache, Sitten, Erinnerungen ſind unter dem Einfluß des Geſetze ſtiftenden und Ton angebenden Volksſtam⸗ mes der neuen Welt verwiſcht worden. Aber etwas von franzöſiſcher Facon und franzöſiſcher Sinnesart macht ſich noch immer geltend im Leben und in der Gemüthsart des ſüdlichen Volks.

In Südearolina ſind Ton und geſellſchaftliche Ver⸗ hältniſſe noch heutzutage ariſtokratiſch, und zwar auf eine Art, die ich kaum billigen kann, ſoſehr mir auch gewiſſe Perſonen dort gefallen. Und die Ariſtokratie hier hat auch das mit allen jetzt beſtehenden Ariſto⸗ kratien in der Welt gemeinſchaftlich, daß die ariſto⸗ kratiſchen Tugenden und ihre Grandezza zum größern Theil verſchwunden ſind; blos ihre Anſprüche ſind ge⸗ blieben. Die reichen und prachtliebenden Plantagebeſitzer von ehemals ſind nicht mehr ſo. Reichthum, Macht, groß⸗ artige Gaſtfreundſchaft, Alles hat abgenommen. Und unter der Feſſel der Sklaverei bleiben die ſüdlichen Staaten immer weiter zurück hinter den nördlichen, deren Wohlſtand und Bevölkerung ſo ungemein ſchnell zunehmen. Auch in die ſüdlichen Staaten beginnt die Völkerwanderung der Jetztzeit einzudringen mit ihren