Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

438

gezeichneter Intelligenz rühmte, ſowie die eine Braut, aber nicht die Braut dieſes Bräutigams, waren förm⸗ liche Schönheiten. Beide Bräute trugen weiße Kleider und Blumenkränze, was ihnen recht hübſch ließ. Der Pfarrer kam in die Regergeſellſchaft, trat vor die Braut⸗ paare und fertigte die Trauung ziemlich kurz und ſchnell ab; bald darauf begann im ſelbigen Zimmer der Tanz und Neger und Negerinnen ſchwangen ſich im muntern Walzer, die Damen zierlich mit Gazen und Blumen ge⸗ ſchmückt, gerade wie unſere Damen, bloß mit dem Unterſchied, daß dieſe mehr Putz, aber bedeutend we⸗ niger Grazie hatten. Gleichwohl ſahen ſie in dem ent⸗ lehnten und nachgeahmten Staat weit beſſer aus, als ich erwartet hatte. Während die ſchwarze Geſellſchaft eifrig tanzte, beſchaute die weiße den Hochzeitstiſch, der zierlich mit Blumen und hübſchen Kuchen bedeckt war, und unter dem Uebermaaß von Gerichten beinahe zu⸗ ſammenzuſinken ſchien.

In einem deutſchen Profeſſor Lieber lernte ich einen talentvollen Schriftſteller und freundlichen Mann kennen. Im Uebrigen fand ich hier nichts Merkwür⸗ diges, als die Menge von Cornes(Colonels). Jeder⸗ mann hier von einigem Vermögen(wirklicher oder ehe⸗

maliger Plantagebeſitzer) wird Cornel genannt, wenn

er auch nicht Militär geweſen iſt. Und ſolche Oberſten finden ſich in den ſüdlichen Staaten in Menge vor. Als ich meine Verwunderung darüber äußerte, ſagte man mir, wenn der Präſident der Vereinigten Staa⸗ ton die einzelnen Staaten beſuche, ſo ernenne er einen Theil dieſer Herrn zu ſeinen Adjutanten für dieſe Ge⸗ legenheit. Und dieſe bekommen dann und behalten den Titel als Oberſten. Aber der hohe Titel für einen ſo geringen Dienſt, ſowie die Schwäche für Titel, die einem Theil der republikaniſchen Bevölkerung Amerikas, zumal im Süden, ſichtlich anklebt, iſt etwas närriſch und ſteht in ſchlechter Harmonie mit den Zwecken die⸗

ſes ſpu Wa cher ein ſitze ich

Pa füg ten gar