Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
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weit nördlich, um den Aequinoctialſtürmen ſüdlich im Meere auszuweichen. Aber wir haben ſeit einigen Tagen Gegenwind und ein ſtarkes Wehen bekommen, ſo daß unſre Reiſe nicht ſo ſchnell von ſtatten geht, wie der Anfang verſprach. Vor morgen kommen wir nicht nach Halifax. Dort liegen wir ein Paar Stun⸗ den ſtill, geben unſre Briefe nach Europa auf die Poſt (und ich lege dies für die Meinigen in Ordnung), dann ſteuern wir geradezu ſüdwärts nach New York. Ich befinde mich vollkommen wohl und bin keinen Angenblick ſeekrank geweſen, aber ich kann nicht läng⸗ nen, daß ich es Abends und bei Nacht etwas unange⸗ nehm finde, wenn die Wogen laut toſen und über un⸗ ſern Köpfen zuſammenſchlagen, ſo daß das Schiff ſich nur mühſam weiter treibt. Glücklicher Weiſe iſt die Frauenzimmergeſellſchaft gemüthlich und angenehm, und an den Abenden erheben drei Frauenzimmer(wovon zwei erſt hier in der Welt mit einander zuſammenge⸗ ſtoßen ſind) die old lady, die juſt nicht ſo alt iſt(un⸗ gefähr 50 Jahre) und einen prächtigen Sopran hat, das blaſſe Mädchen und ihre Freundin Geſänge und Hymnen mit reinen Stimmen, die merkwürdig gut harmoniren. Dies iſt ſehr lieblich und ſchön. Die Töne folgen mir bei Nacht wie tröſtende Geiſterſtim⸗ men, wie Mondſchein auf dem Wogenſchwall. Geſtern Racht, als das Meer ſehr unruhig war und das Schiff gleichfalls, ſo daß alle bewegliche Sachen umgeworfen wurden, und ich an die Meinigen daheim dachte und, wie Anderſens GrimmeClting, bei ſchlech⸗ tem Humor war, was ich auch meinen Reiſegefährtinnen eingeſtand, ſangen ſie bis gegen Mitternacht ſo lieblich dreiſtimmige Hymnen, daß alle unruhigen Wogen in mir ſich legten. Heute ſind wir mit Wind und Wetter beſſer daran und befinden uns alle bei gutem Muth. Aber einige kleine Kinder ſind ſo krank, daß es ein wah⸗ rer Jammer iſt. In der nächſten Nacht kommen wir in