Mühe wieder heraufgezogen wurde. Der Sturm blies die Laternen aus und die Straße war beinahe blos von dem ſtrahlenden Lichte der Läden erhellt. Hier ſah ich einen Herrn, der beinahe ſeinen Mantel verlor und als er ihn feſter um ſich hüllte, blies ihm der Wind den Hut ab; dort eine Dame, die mit der einen Hand die Hutkrempe, mit der andern ihren Mantel feſthaltend, blindlings aber Muthvoll auf eine Obſtbude zuging, deren ſpitznäßige Vorſteherin ſie mit ſcharfer Stimme erſucht, ſich beſſer vorzuſehen.
Hier heulte ein Hund, dort fluchte ein Kerl, der mit ſeinem Karren auf den eines andern gefahren war; fröhlich pfeifend ging ein kleiner Junge unter dem Schnee⸗ geſtöber und Unweſen dahin, das ſeinen ruhigen Kinder⸗ ſinn nicht ſtörte. Oftmals eilte auch ein bedeckter Schlit⸗ ten mit funkelnden Laternen kometengleich ſeine ſtrah⸗ lende Bahn dahin und Menſchen und Vieh gingen ihm aus dem Weg. Dieß war Alles, was ich dieſen Abend von der großen, prachtvollen Hauptſtadt ſah und hörte. Um mich aufzumuntern, begann ich an die liebenswürdige Familie zu denken, in deren Schooß ich mich bald befinden ſollte und die fröhliche Veranlaſſung, die mich hierher geführt und an andere heitere, liebliche und die Seelen erwärmenden Dinge, die ich in meiner Erin⸗ nerung zuſammenbringen konnte. Endlich hielt mein Schlitten an. Mein Kutſcher rief:„Jetzt ſind wir da!“ und ich ſagte entzückt:„Jetzt bin ich hier.“ Bald hörte ich viele Stimmen um mich her, die in verſchiedenen aber freudenvollen Tönen riefen:„Guten Tag! guten Tag! guten Abend! Willkommen! Willkommen!“ Ich, meine Semmeln, meine Käſe und Pfefferkuchen, wir waren alle herzlich willkommen und wurden in einem angenehmen, warmen Zimmer untergebracht. Eine halbe Stunde darauf ſaß ich in einem ſchönen, wohlbe⸗ leuchteten Geſellſchaftszimmer, wo der Oberſt H. und ſeine Familie verſammelt waren. Die Theezeit war her⸗ angekommen und aus dem ſiedenden Keſſel ſtieg eine
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