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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Ordnung, gab mir die Hand, um mir in den Schlitten z. helfen und hüllte ſorgfältig die Pelsdecken um mich. ein Aerger war inzwiſchen ganz verſchwundenEs iſt, dachte ich,des armen Viſitators Pflicht und Schul⸗ digkeit, den Reiſenden eine Peſt und Plage zu ſein und dieſer iſt es auf die höflichſte Art von der Welt ge⸗ weſen. Während er nun fort fuhr, gewiſſenhaft und ordentlich Alles wieder an ſeinen vorigen Platz zu ſtellen, ſtiegen in meiner Seele allerhand Vorſtellungen auf, die mich noch milder ſtimmten. Die erfrorene, rothe Naſe, das niedergeſchlagene Ausſehen, die ſteifen Finger, die vier Kinder, das Schneegeſtöber, der düſtere unheim⸗ liche Abend, Alles dieß bewegte ſich vor mir, wie die Schatten in einer Camera obscura und machte mich ganz weich ums Herz. Ich griff wieder nach dem Bank⸗ zettel; ich dachte an eine Semmel und einen Käſe für die vier Kinder, aber während ich ſo griff, während ich ſo dachte, öffnete der Viſitator den Schlagbaum, nahm höflich den Hut ab und ich fuhr haſtig durch das Thor, wollte zwar halt rufen, that es aber nicht. Mit beklom⸗ menem Herzen und einem Gefühl des Unbehagens, gleich als hätte etwas Koſtbares auf dem Wege verloren, fuhr ich durch die Stadt und ſah in den weißen Schnee⸗ wirbeln vor wie in einem Transparent die erfrorne, rothe Naſe und das kummervolle Geſicht, auf dem ich ſo leicht, wenigſtens auf einen Augenblick, einen frohlichen Ausdruck hätte hervorrufen können.

Wie manche Gelegenheit, in größevem oder gerin⸗ gerem Maße Gutes zu thun, geht nicht durch Unent⸗ ſchloſſenheit verloren! Während wir uns fragen: ſoll ich oder ſoll ich nicht? entflieht der Augenblick, die Freu⸗ denblume, die wir hätten verſchenken können, iſt verwelkt und kann nicht mehr von einer reuevollen Thräne wieder belebt werden.

So dachte ich niedergeſchlagen, während mein Schlit⸗ ten langſam im tiefen Schnee die Straße weiter fuhr, wobei er oft in eine Rinne hinabſank und nur mit

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