Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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von allen andern zuerſt hinaufgelangt iſt? Wer anders als das lahme Mädchen? Ja, ſie, die Innerſtel

Aber blieb ſie immer lahm? Beſſerte es ſich nicht mit ihr?

Meine junge Leſerin, ich will dir ſagen, was ich erzählen gehört habe. Ich habe gehört, daß Theodor einſt weit hinweg von der nordiſchen Heimath gereist war und ſich der Kunſt wegen ein ganzes Jahr lang im Heimathlande der Kunſt, im ewigen Rom, aufgehalten hatte. Aber als es wieder Sommer wurde, reiste er nach Hauſe. Und die Abendſonne ſchimmerte golden durch den Säulenwald, als er mit tauſend Gedanken in ſeiner Seele, lieblichen und ſchmerzlichen zugleich, ein⸗ hergewandert kam. Da ſah er aus der Tiefe des Waldes zwei holde Geſtalten, glänzend in den Strahlen der Abendſonne, auf ſich zukommen: die eine höher und ach⸗ tunggebietender, wiewohl überaus mild, die andere kleiner, feiner, leicht und anmuthsvoll wie ein Lichtelf.„Es ſind Engel!“ war Theodor's erſter Gedanke.„Meine Engel!“ rief er, indem er in die Arme ſeiner Mutter und der Innerſten ſank. Er war außer ſich vor Rührung und Freude. Denn hier war ein Wunder geſchehen. Die Innerſte, die Lahme, war ihm entgegen gegangen.

Ein Wunder, ja, aber ein ganz natürliches. Denn Sanct Ragnhild's Quelle war für Ina der Bethesda geweſen, deſſen Waſſer ein Engel bewegt und mit Heil⸗ kräften begabt hatte.

Ich habe auch gehört, daß die Innerſte an Thev⸗ dor's Hand zum Altar gehen ſolle, und daß Frau Cäcilie die Vorbereitungen zu einer Hochzeit auf Innerſtalund treffe. Aber wie es damit ſteht, weiß ich nicht mit Be⸗ ſtimmtheit, auch halte ich im Uebrigen hier eine Ehe für weit weniger wichtig, als die Gewißheit, daß die Innerſte für Theodor, für die Mutter, für die Familie, für Alle zuſammen niemals aufhören wird, die Innerſte zu ſein und zu bleiben.

Und der kleine Knirps, wie ging es mit ihm und ſeiner kleinen Flamme vom Berge?