Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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Gaſt⸗

Die Johannisreiſe.

Das Johannisfeſt war nahe. Seit einer Woche war der Geiſt des Sommers mit Macht eingebrochen in Norrland. Er hatte wie mit einem Zauberſchlage die zuvor todte Natur umgewandelt, alle Bäume belaubt, Blumen hervorgerufen, Berge und Thäler mit Geſängen und Wohlgerüchen erfüllt, Waſſer und Land in Herr⸗ lichkeit ſtrahlen gemacht

Es hatte in der Nacht geregnet. Jetzt war es Morgen. Licht und Schatten kämpften in den Wolken, dieſem ewigen Bilde des menſchlichen Lebens und Cha⸗ rakters, und warfen wechſelnde Lichter über die Land⸗ ſchaft. Endlich trat Ihro Majeſtät die Sonne aus dem Wolkenbette hervor und machte dem Streit ein Ende; ſie beleuchtete freundlich die feuchten Fluren, das weite Thal mit ſeinem breiten, blauglänzenden Strome und ein auf einer Anhöhe gelegenes Haus, das wie ein Herrenſitz ausſah und eine umfaſſende Ausſicht darbot.

Der Wind erhob ſich gleich einem zornigen Rieſen dumpf murmelnd aus einem Nadelholzwald oben auf dem Berge und begab ſich übelgelaunt in das Thal hinab, ſchüttelte ein paar alte, hartnäckige Zwergtannen, die ſich mit ihren knorrigen Aeſten und Zweigen zu wehren ſuchten, tüchtig herum, ſo daß es praſſelte, machte ſich händelſüchtig über die Birken her, die ſich demüthig beugten und mit ihren langen grünen Schleiern wehten, und kam rauſchend über die Blümchen auf der Ebene, Anemonen, Primeln, Schneeglöckchen und Acker⸗