Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Die Kunde, das Theater in der Zoſefſtadt in Wien ſolle umgebaut werden, veranlaßte Schikaneder, nach der Reſidenz zurück zu kehren und ſich um die Direktion dieſer Bühne zu bewerben.

Das ganze Projekt zerſchlug ſich jedoch; dazu kam die zweite franzöſiſche Invaſion, wo feindliche Soldaten ſein Landhaus in Nußdorf verwüſteten, worauf noch Schulden hafteten er ſah ſich alſo gezwungen, es zu veräußern.

Alle dieſe Verluſte gingen dem an Wohlſtand und Aufwand gewöhnten Menſchen an's Herz; er fing an melancholiſch zu werden, und als man ihm kurz darauf die Direktion des Peſther Theaters anbot, war er nicht mehr im Stande ſie zu übernehmen er verfiel in ſtillen Wahnſinn!

Daß nicht allein moraliſche Schläge, ſondern auch Folgen ſeiner Lebensweiſe dazu beitrugen, läßt ſich wohl denken.

Fortan lebte Schikaneder verarmt, von ſeiner Frau gepflegt, von den Spenden, welche ihm die Direktion des Theaters an der Wien zu Theil werden ließ.

Vom Morgen bis zum Abend ſaß der arme Ema⸗ nuel auf ſeinem Lager, bis über den Kopf in ein Bett⸗ linnen gehüllt.

Die Hunderte von Schmarotzern, deren Wänſte er