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Schikaneder belauſchte die Scene hinter einer Glas⸗ thür, deren Vorhang er leiſe vorſchob.
Scipio fand in der That das Aeußere des Mäd— chens hübſch; der tadelloſe Wuchs, die ſchwarzen glühen⸗ den Augen zeichneten es vortheilhaft vor ihrer mißgeſtal— teten Schweſter aus; indeſſen geſtand er ſich's ſchon in der erſten Minute, daß die beſcheidene, einfache Schlicht⸗ heit der Abweſenden viel einnehmender ſei, als die kühne Derbheit ihrer Schweſter, die ſchon aus ihren erſten Worten herausleuchtete.
„Ihre Dienerin, Herr Graf!“ begann die Ba⸗ roneſſe mit einem Knix, mit geläufiger Zunge und etwas foreirtem Organ:„Sie erlauben ſchon, daß ich Sie der Mühe, das Geſpräch einzuleiten, enthebe. Meine Schwe⸗ ſter, das arme Mädchen, hat mir geſagt, daß Sie den Wunſch hegen, mich kennen zu lernen. Meinethalben! ſagte ich zu ihr; Dir zu Liebe will ich die Rolle eines Inſaſſen der Schönbrunner Menagerie übernehmen und mich bewundern laſſen, aber unentgeldlich, natürlich. Ich ſagte alſp zu meiner Schweſter: Da ich bei meiner künfti⸗ gen Schwiegermama, wo ich wohne, keinen Mann em⸗ pfangen darf, ſie möge Sie zu Herrn Schikaneder beſchei⸗ den, der ein guter Freund unſers ſeligen Vaters war und uns mit Vergnügen Gefälligkeiten erweiſt.“


