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Man hat der Liebe und der Gerechtigkeit Blindheit angedichtet; um gerecht zu bleiben, hätte man der Eifer⸗ ſucht eine Vergrößerungsbrille aufſetzen müſſen.
Die Frau Gräfin erblickte ſchon im Geiſte durch die Kammerjungfer in ihrem Hauſe das größte Unheil angerichtet, dem mußte vorgebeugt werden.
Das Mittel hiezu war ganz einfach: Fanny ſollte entfernt werden, doch erſt— man beſaß auch Gerechtig⸗ keitsgefühl genug, keine Unſchuldige zu verdammen— erſt wenm es ſich erweiſen würde, daß Fannh die ihr geſpen⸗ deten Huldigungen nicht mit dem nöthigen Reſpekt zu⸗ rückweiſe.
In Betreff Scipio's nahm ſich die Gräfin noch vor, die beabſichtigte Verbindung von jetzt ab, mit aller Ener⸗ gie zu betreiben.
Der Verſuch der ſchlauen Zofe, mit der Kammer⸗ jungfer auch die alte Kammerjungfer in der Gunſt der Herrin zu ſtürzen, mißlang, ſie behauptete ſich und war gutmüthig genug, die arme Fanny im Vertrauen zu warnen.
„Sie werden von allen Seiten beobachtet,“ flüſterte ſie ihr zu;„gehen Sie dem alten und dem jungen Herrn aus dem Wege, bieten Sie ihnen keine Veranlaſſung,
Sie anzuſprechen, ſonſt verlieren Sie den Dienſt.“
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