Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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M

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Freunden: der Eine ein Greis, der Andere ein junger Mann, beide liebenswürdig, beide Jünger der Muſe, welche unſern Wolfgang zu ihrem Lieblinge erkor; beide würdig, ſeine Freunde zu heißen.

Der Greis war der Hoforganiſt Albrechtsberger, und der junge Mann, damals erſt fünfundzwanzig Jahre alt, war der Kapellmeiſter am Schikaneder'ſchen Theater und Mozart's Schüler Süßmayer.

Wenn drei Männer, wie die genannten, zuſammen ſpazieren, ſo kann man überzeugt ſein, daß ihr Geſprächs⸗ ſtoff muſikaliſcher Natur iſt.

Eine Erſcheinung des Tages, die blinde Kirchgäß⸗ ner, hatte auf der Harmonika konzertirt, und Mozart fand ſich durch ihr Spiel ſo angeregt, daß er für ſie ein Quintett komponirte(Flöte, Obve, Bratſche, Violoncell und Harmonika), welches ſehr gefiel und von der Blinden noch viele Jahre ſpäter mit außerordentlichem Beifalle vorgetragen wurde.

Der greiſe Hoforganiſt ſprach von der eigenthüm⸗ lichen Klangwirkung der zuſammengeſtellten fünf Inſtru⸗ mente, und er, ſo wie Süßmaher erwarteten die Anſichten des Meiſters zu vernehmen; denn wenn auch Mozart erſt fünfunddreißig und Albrechtsberger bereits zweiundſechzig Lebensjahre zählte, ſo unterordnete ſich der Letztere doch