Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſich krank ſtellt, weil er eine ſchöne Gräfin heirathen ſoll, und auf der andern Seite einer kreuzäugigen, ſchiefge⸗ wachſenen Kammerjungfer den Hof macht! Iſt das nicht eine Entartung des Geſchmacks, die nur durch eine zweite Sündfluth weggewaſchen werden kann?

Er hat ſich vermuthlich in ihren Geſang verliebt...

Oh! die abgefeimte Kokette! Und die alte Närrin, die Kammerfrau, ſetzt ſich zu ihr in den Salon, läßt ſich einfüdeln und anplärren und gibt ihr eine ſpaniſche Wand ab, um ihre Eroberungen zu decken.

Johanna!

Was willſt Du, Eva?

Sag' mir, glaubſt Du an Hexerei?

Geh', frag' nicht; wie kann ein gebildetes Frauen⸗ zimmer in unſerer Zeit an Hexerei glauben?

Du meinſt alſo, es wäre nicht möglich...

Was wäre nicht möglich?

Daß die Kreuzſpinne es den Männern anthun kann?

Eva, Du mußt ſolchen Aberglauben von Dir wei⸗ ſen. Hexen gibt es nicht! Es den Männern anthun, iſt ein Unſinn, es wäre denn, daß man ihnen Hörner auf⸗ ſetzt... Ah, da kömmt das Stubenmädchen... Wünſche, wohl geruht zu haben, Mamſell Katharina.

Danke, Jungfer Johanna, danke!