Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Das Geſichtchen war freilich wie von Milch und mit Roſenblut geröthet, allein zwei graue Augen, deren Sehachſen ſich kreuzten, die alſo, wie man im Leben es nennt, gegeneinander ſtachen, verunſchönten das Antlitz und verliehen ihm einen widerlichen Charakter.

Was ſteht zu Dienſten, mein Fräulein? fragte Schikaneder menſchenfreundlich, denn wie geſagt, er fühlte Mitleiden mit dem von Natun ſtiefmütterlich behandelten Weſen.

Ich wünſche, mich dem Theater zu widmen! lau⸗ tete die Antwort.

Der mehr als klafterlange Direktor ſtreckte ſich bei dieſer Angabe in die Höhe und fragte mit zweifelvollem Tone, als glaubte er das Mädchen ſchlecht verſtanden zu haben:Sie wollen die Bühne betreten?

Es iſt mein innigſter Wunſch.

In welcher Eigenſchaft?

Als Lokalſängerin!

Schikaneder ſchüttelte den Kopf und ſagte beinahe ärgerlich:Ich bedauere, Mamſell, ich bin mit einer Lo⸗ kalſängerin verſehen.

Ich weiß, verſetzte die Bühnen⸗Aſpirantin gering⸗ ſchätzig,daß Madame Gerl in dieſem Fache beſchäftiget wird, allein ich bin beſſer wie Madame Gerl, ich be⸗