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Auf dieſe Wand ließ Depenſier mittelſt eines Spie⸗ gels den Sonnenſtrahl, oder bei trübem Wetter und zur Nachtzeit künſtliches Licht fallen, und producirte ſeine Figuren.
Jede Vorſtellung, deren mehrere an Einem Tage ſtatt fanden, wurde von ihm mit einem gereimten Prologe eingeleitet und mit einem Epiloge geſchloſſen; jedem Bilde, welches er zeigte, gingen ein paar erklärende, theils ernſte, theils ſcherzhafte Knittelverſe voraus, die der Dichtkunſt des Monſieur Depenſier kein ſchmeichelhaftes Zeugniß ſtellten; die Wahrheit zu ehren, muß jedoch erwähnt werden, daß der Schattenſpieler die Verſe derart recitirte, daß man ſich ſchwer entſchließen konnte, in ihm, trotz ſei⸗ nes franzöſiſchen Namens, keinen Deutſchen zu vermuthen.
An einem Abende, am Anfange des Wonnemondes, traten zwei elegant gekleidete Herren in die noch vollkom⸗ men leere Schattenſpiel⸗Bude.
Im Alter waren ſie nur um Ein Luſtrum von einander verſchieden; der Jüngere von ihnen, erſt fünfunddreißig Jahre zählend, ſchien viel älter zu ſein, als ſein Gefährte.
Dieſer war ein großer, robuſter, von Geſundheit ſtrotzender Mann— jener dagegen klein, und etwas beleibt, aber trotzdem keines blühenden Ausſehens. Sein Kopf im Verhältniſſe zu dem Körper zu groß, ſein Angeſicht wohl angenehm, dagegen das Auge matt,
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