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Die Prager Folterkammer brachte die Unglückliche nicht nur zum Geſtändniſſe ihrer Miſſethaten, ſondern auch zur Reue.
Sie erkannte, daß ſie ſich von ihrem Haſſe gegen Roß⸗ wurm zu ſehr hatte hinreißen und blenden laſſen, und daß Alles, was ſie jetzt zu erleiden bekam, eine Folge davon war.
Die ſchlimmſte Reue iſt welche zu ſpät kommt.
Sie beſitzt nicht nur die Herbheit der Reue überhaupt, ſondern auch das Bittere der Fruchtloſigkeit.
Siona bekam dieſe im Uebermaße zu genießen.
Wer das Mädchen vor Monaten ſah, würde ſie in ihrem jetzigen Zuſtande kaum wieder erkannt haben.
Die Schönheit war verwiſcht, der Reiz entflohen.
Bleich und abgehärmt, zerquält und gefoltert, körperlich herabgekommen, war von ihr kaum mehr als ein Schatten übrig geblieben.
Anfangs hatte ſie noch Thränen für ihre Leiden, jetzt verſiegten auch dieſe ſie duldete, was über ſie kam, mit— Reſignation.
Nach langem Umherſchleppen wurde endlich auch ihr Urtheil geſprochen.
Sie ſollte durch drei Tage an den Pranger geſtellt, mit Ruthen gezüchtigt und dann außer Landes gebracht werden.
Das letztere war die einzige Konzeſſion, zu welcher ſich Lang herbeiließ.
Indeſſen ſollte ſie auch dieſer ſich nicht erfreuen, ſie gab unter den Händen der Büttel den Geiſt auf.
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