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Solche Täuſchung, ſolche Vermeſſenheit konnte ein Charakter, wie Lang, nicht ungeahndet laſſen.
Eine ſolche Nichtswürdigkeit mußte beſtraft werden.
Das„Wie?“ war unter den gegebenen Umſtänden nicht ſchwer.
Die Griechin erwartete einen Beſuch Lang's.
Statt deſſen erſchienen vier Stadtguardiſten und nah⸗ men ſie in Haft.
Als man Siona aus dem Hauſe führte, hätte Frau Mladotta gerne einen Jubelgeſang angeſtimmt.
Item, ſie that es nicht und begnügte ſich, die Freude im Stillen zu genießen.
Siona wurde angeklagt der Entführung einer Ver⸗ brecherin aus dem Amthauſe zu Wien, des Einverſtänd⸗ niſſes mit dem Mörder Furlani und der Zauberei.
In den erſten Tagen ihrer Haft tröſtete ſie ſich mit der Hoffnung, ihr Schutzherr werde ſie, ſobald er zur Kenntniß ihres Looſes gelangt, durch ein Machtwort erlöſen.
Allmälig kam ſie jedoch zur Einſicht ihres Irrthumes.
Als ſie bei ihrem erſten Verhöre ſich auf den Kammer⸗ diener berief, wurde ihr bedeutet, ſich deſſen ja nicht mehr zu unterfangen, widrigenfalls ſich ihr Loos um's Zehn⸗ fache verſchlimmern würde.
Ihr Prozeß ſchleppte ſich Monate lang hin.
Das Prager Gericht ſetzte ſich mit dem Wiener in Kommunikation.
Siona ſuchte zu läugnen, zu verdrehen und zu täuſchen.
Diesmal war ihre Anſtrengung eine vergebliche.


