Gnädige Frau...
Ihr ſeid überraſcht, ich begreife es, mein Geſtändniß kommt unerwartet. Ihr habt noch nicht Zeit gefunden, den Ring genau anzuſehen, und ſchon wünſcht eine unbe⸗ kannte Frau ihn zu beſitzen. Ich will Euch nicht verletzen, Meiſter, ſonſt würde ich Euch den zehnfachen Werth des Ringes bieten.
Um Geld iſt er mir nicht feil, rief Lametzhofer eifrig.
Ich zweifle keinen Augenblick daran, deshalb erſuche ich Euch, mir die Möglichkeit zu bieten, den Ring zu erwerben.
Gnädige Frau, Sie bauen zu ſehr auf ein vielleicht wenig zuverläſſiges Verſprechen des Herrn Marquis.
Meiſter, der Marquis iſt Kavalier, der Erziehung nach Franzoſe, der Abſtammung nach ein Deutſcher, er wird ſein Verſprechen löſen.
Ihr Vertrauen iſt für den Herrn Marquis ſehr ſchmei⸗ chelhaft, weniger aber wird es die N rn ſein, die ich ihm von mir beibringe, wenn ich ſeiner Spende ſo ge⸗ ringſchätzig mich entäußere.
Euere Einwendung iſt von Gewicht, kein Ehrenmann will falſch beurtheilt ſein, doch giebt's ein Mittel, das, was Euch widerſtrebt, zu beſeitigen. Wie Euch, bin auch ich dem Marquis unbekannt, Ihr könntet mich ihm ohne Gefährde als Euere Verwandte vorſtellen...
Gnädige Frau, rief Lametzhofer, noch mehr wie früher überraſcht.
Das heißt freilich einen zweifachen Dienſt von Euch begehren, allein was kann eine ſchwache Frau Beſſeres


