Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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den Ebersdorfer ein wonniger. Zwar war der Rache⸗ plan an dem ſtolzen Ungarkönig mißlungen; dafür hatte er die Freude, ſeine gehaßte Schwägerin in Angſt und Noth, das Schloß bedroht zu ſehen— konnt' er es ni yt erlangen, ſo ſollt' auch ſie es nicht beſitzen; dieß Gefühl bemächtigte ſich ſeiner mit ſolcher Gewalt, daß es ſelbſt den Feigen in den Kampf trieb. Er eilte un⸗ ter die Stürmer und ſchloß ſich dem Haufen an, der eben das Thor zu zerſprengen begann, um dann mit brennenden Pech⸗ und Schwefelkränzen das Schloß in Brand zu ſtecken.— Die Vertheidigung des Schloſſes war eine heldenmüthige; allein wer vermochte dem er⸗ grimmten Leuen zu widerſtehen? Faſt zu gleicher Zeit war das Thor geſprengt, als auch die weiße Fahne von der Mauer flatterte.

Mit dem Sturme wurde eingehalten. Die Un⸗ garn zogen ſich zurück, um den Entſchluß des Königs abzuwarten; allein der Ebersdorfer, aus dieſer Nach⸗ giebigkeit ein Einvernehmen befürchtend, welches ihm Unheil zu bringen drohte, ſtürzte über die ſchon herab⸗ gelaſſene Brücke in's Schloß, und eilte rachedürſtend,

den brennenden Pechkranz in den Händen, wie ein ge⸗

ſpenſtiger Unhold gegen die Kammer, wo ſich ſeines Wiſſens früher das Pulver befunden. In der Ver⸗ wirrung hatte man ſeiner nicht geachtet, zu ſeinem