Der Möncch.
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Ein Minch zog in der Gegend von Kloſterneuburg umher von Schloß zu Schloß, von Burg zu Burg; er trug einen kleinen Schnappſack auf dem Rücken, ſprach jedoch beim Abſchiede nirgends um eine Mit⸗ leidsgabe an, und wenn man ihm ſolche freiwillig reichen wollte, ſchlug er ſie aus, ſprechend:
„Er habe ein gethanes Gelübde zu erfüllen und müſſe mehr denn Jahre lang unſtät umherwandeln, von fremder Leute Gaben ſein Leben friſten, ohne iedoch aus irgend einer Behauſung ein Geſchenk fort⸗ zutragen. Ob ſothaner Freimüthigkeit und frommer Er⸗ füllung geſchehenen Gelübdes erfreut, lud man man⸗ cher Orts den Armen ein, noch länger zu verweilen; allein er gegenredete:
„Meines Bleibens iſt an einer Stätte nicht län⸗ ger dann zweimal vierundzwanzig Stunden; ſind die verſtrichen, denn muß ich ohne Säumniß fürder zie⸗ hen; ſo hab' ichs gelobt, ſo will ich's auch halten!“


