Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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derſelben, endlich im Herbſte wurde ſie durch Hunger bezwungen.

Um die Weinleſe abzuwarten, war ein Waffenſtill⸗ ſtand auf ſieben Wochen erkauft worden, und die ſchon früher begonnene Aushungerung der Wienerſtadt erſt dann wieder fortgeſetzt. Von allen Seiten wurde die Zufuhr abgeſchnitten, denn ihre ausgedehnten Feſtungs⸗ werke erforderten eine ordentliche Belagerung, und dieſe zu unternehmen, dünkte dem König noch nicht die Zeit vorhanden, ehe ſich nicht die umliegenden feſten Plätze, Schlöſſer und Burgen in ſeiner Gewalt befanden.

Die mißliche Lage der Stadt ſtieg bei dieſem allge⸗ meinen Bedrängniſſen wo möglich von Tag zu Tage,

während des Waffenſtillſtandes wurde ſie freilich mit

Lebensmitteln verſehen; allein wie lange konnten dieſe in einer ſo volkreichen Stadt währen; nun wurde Alles angewendet, die unverſöhnlichen Fürſten in einem Ver⸗ gleich näher zu bringen, der päbſtliche Legat bot alle ſeine Mittel auf, allein man blieb beiderſeits halsſtarrig, und Mathias, der indeſſen mit den Türken einen fünfjäh⸗ rigen Waffenſtillſtand geſchloſſen, konnte nun um ſo leich⸗ ter mit ganzer Kraft ſeinen Gegner bedrohen. Kaiſer Friedrich, unentſchloſſen, zaghaft, durch ſeine Räthe ſchlecht berathen, ſah die Gefahr herannahen und wurde dennoch nicht nachgiebig, bis endlich das Donnern der