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„So ſoll ich alſo ſchon fort?“ klagte der Jüng⸗ ling,„ſo ſchnell Dich verlaſſen— o meine Geliebte, ſe ſchwer bin ich noch nie von Dir geſchleden!“
Er drückte die Jungfrau an ſich, küßte ſie wieder und wieder und vermochte dennoch nicht, ſich von ihrem Herzen los zu reißen. Agnes drängte— und er mußte ſich endlich doch entſchließen, den ſchweren Rückweg an⸗ zutreten.
„So leb' denn wohl, mein Leben!“ flüſterte er ihr zu,„ach, aus dem heiligen Paradieſe muß ich fort und in Kampf und Blutvergießen treten; ſtatt Blu⸗ menodem wird mich Pulverdampf umwehen, ſtatt Lie⸗ besgeflüſter werde ich den Donner unſerer großen Büch⸗ ſen hören. Agnes!“ rief er und ließ ſich vor der Jung⸗ frau auf die Kniee nieder,„Du heiliges Bild meines Herzens— gib mir Deinen Segen mit auf die blutige Wanderung!“
Wie ein Friedensengel ſtand die ſchneeige Jung⸗ frau vor dem knieenden Jünglinge, der, das Locken⸗ haupt entblößt, ſich tief vor der Huldin neigte; ſie ſenkte ihre Rechte auf ſeinen Scheitel, drückte die Linke an das eigene Herz, um ſeinen Sturm zu dämpfen; die erhabene Stille der Nacht heiligte die herzliche Weihe und der Mond hüllte die ganze Scene in ſein magiſch Silberlicht.


