Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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gleichgültig, man konnte auf ihrem ſchönen Antlitze die Langeweile leſen, die ihr dieſer Gang verurſachte. Ihr einfacher Rock, welcher nur bis auf den Boden reichte, der ſchmuckloſe Gürtel, und die ſtumpfen Schuhen⸗ den verriethen ein armes Bürgermädchen oder eine Dienerin.

„Ei, ſo kommt doch, Herr Vetter!“ mahnte die Dirne ſchon zum öfteſten etwas unwirſch, als ſich ihr Begleiter von einer Bude gar nicht zu trennen ver⸗ mochte,„auf dem Markte iſt das Gedränge zu ſtark, da dürfen wir nicht ſo lange weilen.“

„Den will ich ſehen,“ polterte der Landmann, „der mir das Anſ hauen verleidet, Du mußt Dich gedul⸗ den Grethe, unſereins bekömmt ſo was nicht täglich zu Geſichte.“

„Abet lieber Himmel?“ unterbrach ihn das Mäd⸗ chen„geberdet Euch nur nicht ſo auffallend, ſonſt lacht uns die ganze Welt aus.“—

„Sollen's nur verſuchen,“ rief der Große,„ſo wahr ich Martin Pachmüller heiße und Zimmermeiſter bin, ich will ihnen das Jucken ſchon vettreiben. Hör' mal Grethe, ſeitdem Du in der Stadt Gürtelmagd biſt, gefällſt Du mir ein für allemal nicht mehr; ich bin der Bruder Deiner gottſeligen Mutter, alſo Dein leiblicher Vetter.“—