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leiblicher Vater war. Ueber dieſe beiden Puncte lebte das Maͤdchen in gaͤnzlicher Unwiſſenheit.
An dem Abend vor dem, an welchem John Fitz ſo verraͤtheriſch auf dem Huͤgelruͤcken uber⸗ fallen ward, war Lady Howard, ihrer Gewohn⸗ heit nach, Gaſt und gleichſam Familienglied zu Kilworthy. In ſtummer Erwartung ſaß die Dame in dem zu ihrem Gebrauche ihr angewie⸗ ſenen Gemache. Sie hatte ſich fruͤhzeitig in daſ⸗ ſelbe zuruͤckgezogen. Auf ihrem Geſichte lag Be⸗ ſorgniß, und ſie ſchien zwar die auf dem Tiſche brennende Lampe anzublicken, allein ihre Gedan— ken waren keinesweges auf irgend einen aͤußern Gegenſtand gerichtet. Da ſchlug die große Haus⸗ uhr die zehnte Stunde.
„Zehn!“ rief Lady Howard;„ſo iſt die Stunde alſo da, und dieſe Nacht wird's ent⸗ ſcheiden. Alles im Hauſe ging zur Ruhe, alſo — hinaus!“
Indem ſie dies ſagte, griff ſie nach einen kleinen Schluͤſſel, ſtoͤrte ſorgfaͤltig die Lampe, oͤffnete leiſe eine Thuͤr hinter dem Wandteppich und ſchluͤpfte durch dieſelbe eine Treppe hinab,


