287
Der muͤde Doͤrfler ſchlummert laͤngſt Den ſanften Schlaf der Nacht.
Hinuͤber zu dem Kirchhof ſtill, Ein blaſſer Juͤngling ſchleicht; Bald hat des Gotteshauſes Thor Sein Wanderſchritt erreicht.
Am Thore ſinkt er auf die Bank Von duftig gruͤnem Moos,
Und uͤberſinnt bei Nachtwind's Weh'n Sein ſeltſam Erdenloos.
„Ich ſoll,“ dacht' er,„bis Mitternacht Geduldig harren hier,
So lautet Emma's Scherzgebot, und gern gehorch' ich ihr.
„Wie liebt die Kleine mich ſo ſehr, Wie iſt ſie mir ſo hold!
Wie tauſcht' ich gegen ſie doch nicht Der ganzen Erde Gold!
Wie ſprach ſo neckiſch ſie zu mir: „Treu weiß ich, Edward Dich;
Von Mutter und von Heimath fort Folg' ich Dir williglich.
Die Liebe Dir zu pruͤfen, hab' Ich ſchlau Dich oft geneckt;
Jetzt iſt zu wiſſen noch, ob Dir
Auch Muth im Herzen ſteckt.


