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Geſellen—„mißverſteht nicht einen Greis und deſſen Beweggruͤnde, wenn er offen bekennt, daß er eine junge, ſchoͤne und freundloſe Waiſe von Herzen liebt. Anna, mein Kind, ich habe durch die Natur kein Weſen, das mich Vater nennt, und Du biſt mein Alles. Ich beſitze Reichthuͤmer, das heißt, wenn ſie mir nicht ab⸗ geſprochen werden, weil ich meine Vaterſtadt liebte— und eine noch groͤßere Verlaſſenſchaft
ſoll Dir von mir nach dem Hinſcheiden meines
betagten Weibes werden; denn dieſer muß es zeitlich wohl gehen, ſo lange ſie lebt, wiewohl ſie nicht von der freundlichſten Gemuͤthsart iſt.— Dann ſoll Dir all mein Eigenthum werden, ſo
daß mein gnaͤdiger Graf von Flandern nur dar⸗
ein zu willigen hat, daß Du die Gattin des Herrn Walter d'Anghien werdeſt, um ihm ein Kleinod zu ſeyn, ſo ſtrahlend wie der ſchoͤnſte Demant in einer Koͤnigs⸗ oder Grafenkrone.“ Anna ſtand ſchon laͤngſt tieferroͤthend da. Sie heftete ihren Blick an den Boden, und war ſowohl durch die Wallung ihres Herzens, wie durch die Keckheit ihres Pflegevaters viel zu ſehr
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