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In der ſechsten Stunde erhob ſich die Geſellſchaft vom Diner, um die Promenade nach dem heiligen Damm anzutreten.
Im Hinwandeln auf demſelben, der ſich heute min⸗ der beſucht zeigte, geſtaltete es ſich wie zufällig, daß Ernſt an Claudinens Seite und mit ihr, wie das erſte Mal, der Geſellſchaft eine gute Strecke vorauskam.
Sie hatte, des ſcharfen Luftzugs wegen, wie ſie ſagte, den Halbſchleier von ihrem Strohhütchen nieder⸗ gelaſſen, der jedoch ſo dicht war, daß man ihre Ge⸗ ſichtszüge nicht wahrnehmen konnte.
Sie waren jetzt jener Stelle nahe, an welcher vor acht Tagen Ernſt mit ihr geſtanden; damals noch hoffend!
Dieſe Erinnerung überkam und überwältigte ihn nun derart, daß er wie im Selbſtgeſpräch, aber doch vernehmlich genug vor ſich hinſeufzte:„Claudine, muß es denn ſo ſein?“
Sie hatte dies vernommen.
„Das Geſchick will es ſo!“ entgegnete ſie mit be⸗ bender Stimme.
Im ſelben Momente hörte Ernſt ſeinen Namen ru⸗ fen und ſah, ſich raſch wendend, Karl, der ihm eben zugerufen, mit einem andern jungen Manne Hand in Hand auf ſich zueilen.
Jean Charles, Realiſten und Idealiſten. V. 13


