„wenigſtens nicht nach dem, was Ernſt mir ge⸗ ſchrieben.“
Ihr Mann nahm dieſen Brief.
„Kommt ganz auf daſſelbe hinaus“ ſagte er, das Blatt weglegend;„Korb bleibt Korb, er mag noch ſo ſchön geflochten ſein; ich denke nicht, Frau, daß Du Deinem Bruder Hoffnung geben wirſt.“
„Ich werde das nicht thun, Auguſt.“
„Uebrigens iſt es gut, daß die Sache ausgetragen worden; beſſer, eine bittere Pille raſch hinabgeſchluckt als langſam; mir iſt um Ernſt nicht bange, er wird ſich ſchon zurecht finden, keinesfalls uns Vorwürfe machen, denn wir haben dabei mehr gethan, als ſich eigentlich vor dem geſunden Menſchenverſtande recht⸗ fertigen läßt. Morgen früh ſpreche ich ihn. Er mag bis Sonntag ſich fern halten. Ich vertraue ihm, er iſt ein tüchtiger Mann. Was Mademoiſelle betrifft, ſo thun wir am beſten, nicht ein Wort darüber an ſie zu richten.“
„Die Arme verdient Schonung, lieber Auguſt.“
„Schonung? Mag ſein, muß man doch alle Geiſteskranken ſchonend behandeln. Ich meinerſeits werde es ſie nicht entgelten, ja nicht einmal merken laſſen, daß ich mich ärgerte. Solange ſie ſonſt ihrer Verpflichtung zu meiner Zufriedenheit nachkommt, werde


