Teil eines Werkes 
4. Bd. (1867)
Entstehung
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Das freilich, ſagte Herr Schmid,ſpielt auf ein Gebiet hinüber, das früher oder ſpäter von der Geſetz⸗ gebung zu betreten ſein wird, will ſie der Menſchlich⸗ keit gerecht werden; die gerichtliche Medicin wird da viel zu thun bekommen.

Vor der Hand, mein Herr, bleibt dem armen ſün⸗ digen Menſchen nur jener Troſt, welcher in des Erlöſers Ausſpruche liegt: Gott wird Jeden nach dem Geſetze richten, das er ihm ins Herz geſchrie⸗ ben hat.

Gewiß, Mademvoiſelle, iſt das ein erhabenes Wort, ein erhebender Troſt; nur kann daſſelbe, wie eben alles an ſich Gute und Wahre, in der Anwendung mißbraucht werden; keinesfalls kann auf jenes große Wort die Geſellſchaft, der Staat Rückſicht nehmen; da heißt es einfach: bei Gott iſt Gnade, bei Menſchen herrſcht der Buchſtabe oder doch der Geiſt des Geſetzes. Aber um wieder auf das ſchöne Blumenleben und das nicht minder ſchöne der Liebe zu kommen, ich denke, erſteres verliert nicht an Reiz durch die Annahme ſeiner abſolut phyſiſchen Exiſtenz, und auch letzteres nicht, wenn man es als einen elektriſchen Proceß betrachtet, oder, wie vielleicht mein Schwager, der Chemiker, als einen chemi⸗ ſchen; hat dieſes doch der große deutſche Dichter Goethe in ſeinem RomanWahlverwandtſchaften gethan.