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terie, demnach vergänglich, und Gott ebenſo wenig wirklich iſt als eine Seele und ihre Unſterblichkeit; ich, ein fürs praktiſche Leben erzogener, leidlich unterrich⸗ teter Menſch, der ſeinen mit der Muttermilch eingeſo⸗ genen Glauben an eine ewige Vorſehung, an eine per⸗ ſönliche Fortdauer, an eine vom Körper unabhängig wirkende Geiſteskraft nie verleugnet hat, nie aufgeben wird: ich nun, gläubig und religiös, wie ich bin, muß doch ſelbſt Manches im Menſchenleben, das man idea⸗ liſtiſcher Weltanſchauung nach für rein geiſtig halten ſollte, als realiſtiſch anerkennen, das eben nur auf Ge⸗ ſetzen der Phyſik beruht und ſich dieſen zufolge als eine unabänderlich Nothwendigkeit herausſtellt, anſtatt als ein Act der Freithätigkeit, wie zum Beiſpiel eben das Gefühl der Liebe, und ich denke, man liebt das, was man lieben muß, wie auch ſchon das Volks⸗ wort beſagt: Zum Lieben und Beten läßt ſich nicht nöthen, nämlich nicht moraliſch.“
„Aber dann, mein Herr“, erwiderte Claudine nach kurzem Schweigen zögernd und mit unſicherer Stimme, „dann ſollte das Recht— ich meine das Geſetz— mit dem Menſchen in manchen Fällen nicht ſo ſtreng ver⸗ fahren, wie es geſchieht; denn wie kann man ihm im⸗ putiren, was er in Aufrichtigkeit gethan, was er dem Naturgeſetze nach hat thun müſſen?“


