nach, wo ſie ſich zu leidend verhielt, und gab Gegen⸗ mittel, wenn ſie in überreizter Thätigkeit ſich aufzu⸗ reiben drohte.
Nur eins hatte er Paul zur Pflicht gemacht, näm⸗ lich während der ganzen Dauer ihrer Reiſen ſich über alles Erlebte täglich Rechenſchaft abzulegen in einem Tagebuche, ohne ihm oder irgend einem andern Men⸗ ſchen, ſeinen Vater nicht ausgenommen, vom Inhalte deſſelben etwas mitzutheilen, auf daß kein fremdes oder verwandtes Element hemmend oder fördernd auf ſeinen Bildungsproceß einwirke, er allein in ungeſtörter Frei⸗ thätigkeit mit den Erſcheinungen verkehre und in ſei⸗ ner Phantaſie wie in ſeinem Geiſte das Leben ab⸗ ſpiegele.
Paul kam dieſer von ihm mit kindlicher Bereit⸗ willigkeit eingegangenen Verpflichtung um ſo genauer nach, als ihm nach ſeinen frühzeitigen ſchmerzlichen Erfahrungen, von welchen noch die Rede ſein wird, die Reflexion bereits zum Seelenbedürfniſſe und der Ver⸗ kehr mit Menſchen leider ſchon zum Gegenſtande phi⸗ loſophiſcher Unterſuchungen geworden war; denn er hatte ſich nur eines kurzen Vorfrühlings zu erfreuen gehabt und empfand jetzt, im eigentlichen Lenze noch, auf ſeiner Denkerſtirn ſchon die glühenden Sonnenſtrah⸗ len männlicher Reife, ſommerlicher Erkenntniß.


