Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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wahrhaft großes Spiel zu ſehen hat man ſelten Gele⸗ genheit. Kommen Sie alſo!

Karl folgte, zwar nicht eben gern, doch auch nicht ohne eine Anwandlung von geiſtigem Intereſſe, das alles Außerordentliche ihm einflößte.

Und in Wahrheit, es war der Mühe werth, dieſem Spieler zuzuſehen.

Es war ein wohlgebauter, anſtändig gekleideter Mann von ernſten Geſichtszügen und feſter Haltung.

Er ſetzte auf ſein Blatt nie weniger als zehn Louisdor, ließ zu wiederholten Malen den Gewinnſt darauf ſtehen oder doublirte zwei⸗ auch dreimal den Verluſt im Einſatze, machte ſtets nur kurze Pauſen, verrieth durch kein Wimpernzucken Vergnügen oder Ver⸗ druß, beachtete ſeine Nachbarſchaft nicht im mindeſten und ſetzte ſein Spiel diesmal eine gute Stunde lang fort; in dieſer Friſt hatte er ſeinen frühern Gewinnſt um beiläufig fünftauſend Gulden vermehrt.

Karl konnte nicht umhin, dieſen Mann zu bewun⸗ dern; ein ſo ſeltener Verein von Kühnheit und Kalt⸗ blütigkeit, Wagniß und Berechnung imponirte ihm wie den beſten Kennern des Spiels, und er äußerte das auch gegen ſeinen Begleiter.

Nun werde auch ich mir ſagte dieſer lächelnd,meine paar Thaler holen, und ließ ſich an der Tafel nieder

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