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„Mediciner und Chemiker“, ſagte Karl,„pflegen doch von der Sprache nur exacten Gebrauch zu machen, während man es mit einem Maler oder Poeten nicht ſo genau nehmen darf.“
„Namentlich nicht mit einem Poeten“, ſiel Ernſt, der Chemiker, ein,„und ſonach ſei auch Dir, Karl, dieſe Interpellation verziehen.“
„Verziehen? Nein!“ nahm Robert wieder das Wort.„Strafe muß ſein, und er ſoll beſtraft werden in St⸗Cloud, in der Zwiſchenzeit von Dejeuner und Diner, denn ich, der Mediciner, werde ihm vor⸗ leſen, woran auch Ihr Theil nehmen könnt, eine Ge⸗ ſchichte vorleſen, die zwei große Vorzüge hat, erſtens den, daß ſie nicht erfunden, ſondern wahr iſt, und zweitens den, daß nicht ich ſie geſchrieben habe, ob⸗ gleich ich der durch dieſe merkwürdige Erzählung ſich hinziehenden fataliſtiſchen Idee zufolge ſie ganz füglich geſchrieben haben könnte.“
„Eine Krankengeſchichte wahrſcheinlich“ meinte Karl.
„Nein und ja“ verſetzte Robert.„Sie iſt es nicht in mediciniſchem Sinne, wohl aber in philoſophiſchem, denn andere Geſchichten als Krankengeſchichten hat nun einmal die patiente Menſchheit nicht; die Weltgeſchichte iſt weiter nichts als ein ſyſtematiſch geordnetes Werk der Heilkunde, worin—“


