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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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ſchwächten, Verarmten, hintrat und dir den Handſchuh hohnlachend vor die Füße warf: du wollteſt ihn auf⸗ nehmen, aber du vermochteſt es nicht, und bliebſt in Ohnmacht liegen an deinem Grabhügel und ein ſchwerer Schlaf ſenkte ſich auf deine verbrannten Augenlider. Wäh⸗ rend dieſes Schlafes ſtiegen Wetterwolken auf und das Ungewitter ſtürzte auf dich herein; der Donner des Zorns rollte, Blitze des Hohnes ziſchten als wilde, giftige Schlan⸗ gen über dich hin und die Erde bebte unter dir. Und als du die Augen wieder aufſchlugſt, war rings um dich dein Glück verwüſtet vom Orkane und du ſahſt von all' deiner ſchönen, reichen Habe nichts als den Grabſtein und dein Kind. Warner, Lehrer, Freund meiner Jugend, du hatteſt keinen Warner, keinen Lehrer, keinen Freund!

Sie ſenkt abermals die hohe Stirne, von der wir dieſes laſen und ſcheint zu beten.

Er aber richtet ſich empor, faßt die Hand ſeines Kindes und ſchreitet wieder, gebeugten Hauptes wie er gekommen, durch die Gräber dahin und zum Por⸗ tale hinaus.

Gehe nur dahin, du Leidender! Da außen iſt das Leben, es harret deiner, denn es bedarf einer Kraft, wie deine. Sie iſt nur ſcheintodt; ein ſchöner Mor⸗ gen wird ſie erwecken. Du haſt dich in einen zu un⸗