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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
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zu trennen. Es hatte ſich dieſer nämlich wegen Her⸗ ausgabe ſeiner Gedichte an den, ihm von Carl vor⸗ geſchlagenen, Verleger im Auslande gewendet und der Buchhändler war auf dieſes Unternehmen eingegan⸗ gen, wenn gleich unter nichts weniger als brillanten Bedingungen. Indeſſen, dem Dichter war es ja auch nicht um Honorar zu thun; er konnte darüber wegſe⸗ hen, zumal in ſeiner jetzigen Lage.

Seine greiſe Großmutter war in dieſer Zwiſchen⸗ zeit geſtorben und es kam auf ihn ein hübſches Erb⸗ theil. Dieſes günſtige Erreigniß beſtimmte ihn, das, noch nicht gemachte, Doetorat gänzlich aufzugeben und zu reiſen, denn er war bis jetzt noch nicht über die heimathlichen Grenzen hinausgekommen und ſehnte ſich, fremde Eindrücke in ſeiner Phantaſie aufzuneh⸗ men; auch rief ihn die Herausgabe ſeiner Gedichte, deren Correctur er ſelbſt leiten wollte, an den fernen Verlagsort, und ſo verließ er denn die Reſidenz, die Geburtſtadt ſeines Genius, obſchon nicht ſeine Vaterſtadt.

Wir werden uns, ſagte er zu Carl im Scheiden, nicht ſo bald wiederſehen; dichten Sie und gedenken Sie meiner. Ich werde Sie nicht vergeſſen; ging doch von Ihnen der mächtigſte Impuls aus, der mich in die Publicität drängte.

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