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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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ſchlimm um das praktiſche Leben Deutſchlands; es trägt den Keim der Zerſtörung in ſich.

Wie aber vermögen Sie es dann, wie vermag es der deutſche Dichter nur über ſich, im Schmerze dieſes Gefühls ſo ruhig zu wirken, ſo harmlos zu ſchaffen?

Sehen Sie, die Kunſt bedarf eines gewiſſen Druckes von außen; vor Allem die Pveſie. Dieſe hat in ganz

frei ausgebildeten Verhältniſſen nie und nirgend ge⸗ blůht. Ebenmaß tödtet ſie, der Contraſt fördert ſie.

Die Stasl ſagte alſo mit recht: Das Genie iſt Schmerz?

Ja, mit recht; die Kunſt iſt die bittere Alve, die nur nach hundert Schmerzen blüht.

Herr von?, darf ich Sie nicht um eine Abſchrift des Gedichtes biten, das heute dieſe Scene hervorgerufen?

Mit Vergnügen.

Wollen Sie mir nicht auch einige andere Ihrer Dichtungen mittheilen?

Ich werde mir die Ehre geben, Ihnen Einiges zu überſenden.