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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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Ja, mein gnädiges Fräulein, entgegnete er, ſo iſt es; in meinem Naturell liegt es, Alles was ich eben thue, mit ganzer Hingebung, mit voller Seele zu thun; darin bin ich ganz Franzoſe.

Wie ſo, mein Herr?

Die Franzoſen bringen es in Allem, was ſie an⸗ greifen und unternehmen, darum ſo ſchnell zur Fertig⸗ keit, weil ihr Weſen ſo poſitiv iſt und ſie ſich auf den Augenblick mit ungetheilter Kraft werfen, die keine Halbheit zuläßt. Dies iſt der Grund ihrer rapiden Fortſchritte auf dem Felde des Krieges wie des Frie⸗

dens. Einmal des Zieles gewiß, ſchreiten ſie auf dasſelbe los, ohne Seiten- und Rückblick und gönnen ſich nicht eher Raſt als bis ſie es erreicht; der Deut⸗ ſche dagegen verfährt immer kritiſch, ſelbſt im Handeln, und macht, wie auf ſchlüpfrigem Boden, bei drei Schritten immer einen rückwärts. Nun, dann erinnert er an die Fabel von der Schnelllaufswette zwiſchen dem Haſen und der Schild⸗ 5 kröte, die, wie Sie wiſſen, dieſe gewonnen hat. 8 Ja ja, Gräfin; nur ſind nicht alle Haſen ſo ſorg⸗ ſc los, wie der Held dieſer Fabel. Es iſt wahr, der D Deutſche hat es nunmehr weit gebracht und iſt dem t

Franzoſen in Manchem ſogar voraus; aber im Gan⸗

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