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halten, nachdem er ſo weit gegangen iſt? Wird er aus Furcht vor mir ſtillhalten? Wird er aus Furcht vor mir ſtillhalten, wenn der Gedanke an das, was ſein Oheim leiden muß, ihm nicht Still⸗ ſtand geboten hat? Wird etwas Anderes ihn auf⸗ halten— als der Tod?“
Sie ſprach die lezten drei Worte mit einem ſchauerlichen Flüſtern, und ſaß dann, den Kopf vor⸗ wärts gebeugt, die Augen weit aufgeriſſen, die Lip⸗ pen noch geöffnet, wie ſie es geweſen waren, als das lezte Wort„Tod“ darüber ging,— ſaß da und ſtarrte leer in das Feuer.
„Ich vermag keine Gräuelthaten auszuhecken,“ murmelte ſie wieder,„mein Gehirn iſt nicht ſtark
genug dazu, oder bin ich nicht gottlos, nicht muthig
genug dazu. Träfe ich Robert Audley in dieſem einſamen Garten, wie ich—“
Der Strom ihrer Gedanken wurde durch ein vorſichtiges Klopfen an der Thüre unterbrochen. Sie ſtand plözlich auf, erſchrocken über jeden Laut in der Stille ihres Gemachs. Sie ſtand auf und warf ſich in einen niedrigen Seſſel unweit des Feuers. Sie lehnte ihren ſchönen Kopf auf die weichen Kiſſen zurück und nahm ein Buch von dem Tiſche neben ihr.
So unbedeutend dieſe Handlung an ſich war, ſprach ſie doch ſehr deutlich. Sie ſprach ſehr deut⸗ lich von der immer wiederkehrenden Furcht— von der fatalen Nothwendigkeit des Geheimniſſes— von einem Geiſte, der bei all ſeiner ſtillen Qual doch noch immer für die Wichtigkeit des äußern Effektes empfänglich iſt. Sie gab deutlicher, als irgend etwas Anderes vermocht hätte, Zeugniß dafür, zu


