Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

reau ihre Haube aufſezte, ehe ſie ihrem Dienſtherrn gute Nacht ſagte. Als die Thüre ſich hinter der Irländerin ſchloß, erhob er ſich ungeduldig von ſeinem Seſſel und ſchritt im Zimmer auf und ab.

„Warum gehe ich in dieſer Art weiter,“ ſprach er,„wenn ich weiß, daß ich dadurch Schritt für Schritt, Tag für Tag, Stunde für Stunde dem Schluſſe näher komme, welchem ich um jeden Preis ausweichen ſollte. Bin ich an ein Rad gefeſſelt und muß ich mit demſelben jede Umdrehung durchmachen, mag es mich mitnehmen, wohin es will? Oder kann ich hier heute Nacht mich niederſezen und ſagen, ich habe meine Schuldigkeit gegen meinen vermißten Freund gethan; ich habe geduldig nach ihm geforſcht, aber ich habe vergeblich geforſcht. Wäre es zu recht⸗ fertigen, wenn ich die Kette, welche ich langſam, Glied um Glied, zuſammengeſezt habe, an dieſem Punkte fallen ließe, oder muß ich an dieſer verhängniß⸗ vollen Kette neue Glieder anfügen, bis der lezte Nietnagel an ſeine Stelle kommt, und der Kreis vollſtändig iſt? Ich denke und glaube, daß ich mei⸗ nes Freundes Angeſicht nie wieder ſehen werde, und daß meine ſämmtlichen Bemühungen ihm von keinem Nuzen ſein können. Mit deutlicheren, grauſameren Worten, ich halte ihn für todt. Bin ich verpflichtet, zu entdecken, wie er ſtarb? Oder wenn ich, wie mir ſcheint, auf dem Wege zu dieſer Entdeckung bin, werde ich an dem Andenken von Georg Talboys mich verſündigen, wenn ich umkehre oder ſtehen bleibe? Was ſoll ich thun? Was ſoll ich thun 2

Er ſtüzte ſeine Elbogen auf die Kniee und be⸗ grub ſein Geſicht in den Händen. Der einzige

2